Kaufmannschaftsbetriebe oft gebremst!

GEBREMST Die Pandemie zieht ihre Spuren. Das Coronavirus hat die „Just-in-time-Beschaffung“ nachhaltig gedrosselt. Einigen Branchen und letztlich den Verbrauchern machen Lieferverzögerungen schwer zu schaffen. Gründe dafür sind Mängel in der Produktion und der Lieferkette. Diese hängen von vielen Faktoren ab. Erstens braucht es für die Produktion genügend Rohstoffe, weiters ausreichend Fertigungskapazitäten. Die Nachfrage vieler Produkte ist durch Homeoffice und Homeschooling sowie Quarantänezeiten enorm gestiegen. Überlegen Sie einmal – nahezu alle Geräte, die wir tagtäglich vielfach im Gebrauch haben, enthalten Computerchips, Sensoren, Steuerungssoftware. Von der Kaffeemaschine bis zum Auto. Notebooks und Tablets, Handys, Drucker und auch TV-Geräte hatten einen guten Absatz – die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Durch Lockdown und Quarantäne waren die Leute viel daheim und haben in ihr Zuhause investiert. Ein neuer Anstrich, ein neuer Boden. Ein neues Bad, neue Vorhänge und Möbel. Baumaterialien wurden knapp, in vielerlei Hinsicht heißt es warten. Manche Branchen konnten sich, beispielsweise in der Holzbauindustrie, im Engpass auf regionaler Ebene weiterhelfen. Durch Holzschlägerungen im Bezirk und der Rundholzweitergabe an ihre Lieferanten wurde im Gegenzug Leim- und Fertigungsholz für die Produktion geliefert. Zu Ausfällen in der Produktion kam es durch Betriebsschließungen, Quarantäne und Krankheitsfälle. Kein Produkt, keine Lieferung. Der Markt wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Was viel gebraucht wird, wird teurer. Die Fracht mittels Überseecontainer ist auf das Drei- bis Vierfache gestiegen, was sich wiederum auf den Preis der Produkte auswirkt. Das Just-in-time-Verfahren funktioniert eben nur, wenn jedes Rädchen dauerhaft ins andere greift. Deshalb sollte einmal mehr das Bewusstsein für regionalen Einkauf gestärkt werden, wo immer es geht. In vielerlei Hinsicht ist Europa abhängig vom asiatischen Markt (Halbleiter, Computerchips), Erdöl, usw. was aber auf heimischem Boden produziert wird, sollte auch den Vorzug bekommen. Schließlich hängen Ausbildungs- und Arbeitsplätze an regionalen Unternehmen. Unisono heißt es auch bei Autohändlern: „So gut wie möglich planen.“ Bei der Bestellung nicht lagernder Artikel Lieferverzögerungen einkalkulieren. Im Getriebe rattert es auch in der Sport- und Freizeitartikelbranche. Während die Nachfrage für Fahrräder, insbesondere E-Bikes, steigt, bremst die Lieferkette das Wirtschaftsrad, was Preissteigerungen zur Folge hat. Unternehmer der Reuttener Kaufmannschaft haben gut reagiert und vorhandene Lagerflächen vorausschauend gefüllt. Dies ist aber nicht uneingeschränkt (und in allen Branchen) möglich. Deshalb bitten die Wirtschaftstreibenden um Verständnis, wenn ausgewählte und hochkomplexe Produkte nicht wie gewohnt innerhalb kurzer Zeit verfügbar sind und die Auswahl aus dem Lagerbestand begrenzt ist.