Berufsfestival in der Wirtschaftskammer Reutte!

Berufsfestival in der Wirtschaftskammer Reutte Heimische Unternehmen präsentierten sich und gaben Hilfestellung bei der Berufsorientierung Einen Meinungsaustausch zu institutionalisieren, ist schon jahrzehntelang das Bestreben des Arbeitskreises Wirtschaft-Schule. Das Ziel dieser informellen Kontakte und Gespräche zwischen der Wirtschaftskammer Reutte und den Bildungseinrichtungen ist es, die zweifellos vorhandenen gegenseitigen Vorurteile abzubauen, im offenen Gespräch aufeinander zuzugehen und nach gemeinsamen bildungspolitischen Lösungen zu suchen. Dass das immer wieder gelingt, manifestierte sich wieder beim Berufsfestival der Wirtschaftskammer. Als Koordinator von Seiten der Schulen hat sich Tobias Petrini von der Polytechnischen Schule schon seit Jahren um die Veranstaltung verdient gemacht, stellt Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler dankbar erfreut fest. Die Situation im Außerfern: Aktuell bilden 136 Betriebe insgesamt 627 Lehrlinge aus. Simon Volderauer von der WIKA-Reutte: „Früher waren die Betriebe eher skeptisch, mitzumachen. Heute sind sie gerne mit dabei, reklamieren sich geradezu hinein. Wir hatten heuer 24 Aussteller, das ist neuer Rekord. So viele waren es noch nie. Wenn es rein nach den Anfragen ginge, wären es 50. Aber unser Platz ist begrenzt und das Angebot soll ja gut durchmischt sein.“ Fakt ist: Das Angebot an Lehrstellen ist im Bezirk größer als die Nachfrage. Die großen Leitbetriebe haben natürlich die Nase vorn. Sie machen es den kleineren Mitbewerbern schwer, Lehrlinge zu finden. Das Berufsfestival schafft vor allem den Kleineren eine Bühne. Über 300 Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen der Neuen Mittelschulen und des Gymnasiums nutzten heuer das Angebot der Wirtschafts-kammer Reutte und holten sich wertvolle Tipps aus erster Hand. An den Ständen konnten die teilnehmenden Schüler selbst aktiv werden und Tätigkeiten aus den Bereichen Metallbau, Elektrotechnik, Handel, Elektronik, Bau sowie Gastronomie und mehr selbst ausprobieren und dabei herausfinden, was zu ihnen passt. Präsentiert wurden die Berufe von Lehrlingen und Mitarbeitern der beteiligten Firmen. Der „Kampf um Lehrlinge“ scheint sich zuzuspitzen. Während weiterführende Schulen und Lehrbetriebe schon vor Jahr-zehnten um die Gunst der Jugendlichen gebuhlt haben, befinden sich nun auch die Ausbildungsbetriebe untereinander in einem regelrechten Wettstreit um die Teenager. Nach Angaben der Wirtschaftskammer entscheiden sich im Außerfern rund 40 Prozent eines Jahrganges für eine Lehre. Während große Leitbetriebe wie Plansee, Multivac oder die EWR vergleichsweise leichtes Spiel haben, neue Lehrlinge zu finden, tun sich Klein- und Mittelbetriebe im Bereich Handwerk, Gewerbe und Tourismus umso schwerer. Dass ein Auftritt beim Berufs-festival für die Betriebe durchaus erfolgreich verlaufen kann, beweist Martin Frischauf aus Höfen, der sich am Mittwoch beim diesjährigen Berufsfestival in die Menge mischte. Er erinnert sich: „Die Idee, Koch zu werden, hatte ich schon vorher. Beim Berufsfestival habe ich dann das Hotel Jungbrunn als Ausbildungsbetrieb kennen gelernt, erste Kontakte wurden geknüpft. Ich habe dann dort ein Praktikum gemacht und anschließend die Lehre begonnen.“ Inzwischen ist Frischauf, der vom Land Tirol zum Lehrling des Monats Jänner gekürt wurde, im zweiten Lehrjahr und rundum zufrieden: „Ich habe diesen Schritt in meine Zukunft noch nie bereut.“