WERKHAUS – herzlich willkommen!

V. li. n. re.: Sandra Bischof, Friederike Wentzler, Sandra Moosbrugger-Koch, Johannes Leismüller, Bgm. Alois Oberer, Finn Wentzler und Ursula Euler.

Johannes Leismüller, Sandra Moosbrugger-Koch und Djuro Wolf haben auf alle Fragen für die „Werkhausnutzer“ eine Antwort (v. li.).

WERKHAUS – herzlich willkommen! Mit „Open LAB Days“ hat sich eine neue Einrichtung in Reutte vorgestellt. Im leerstehenden Parterre des ehemaligen „Braugasthofes Rose“ mit dem markanten Erker hat sich ein außergewöhnliches Projekt angesiedelt. Es stellt ein Angebot an alle Neugierigen, Bastler, Tüftler, Hacker und Heimwerker dar. Das „Werkhaus“ – ein „Fab-Lab“ (Fabrication Laboratory) – ist eine gemeinnützige offene Werkstätte. Dahinter steht eine gemeinnützig ausgerichtete GmbH, die mit Unterstützung der Regionalentwicklung Außerfern gegründet wurde und ihren laufenden Betrieb künftig über Nutzungsgebühren sowie über Förder- und Stipendienbeiträge durch Gemein-den und Firmen finanzieren will. „Als offene Werkstätte für Handwerk und Digitalisierung schließt diese neue Institution eine Lücke in der Technologieentwicklung und -förderung des Außerferns“, sagt Johannes Leismüller, einer der beiden Initiatoren. „Wir wollen Junge wie Junggebliebene ermutigen, sich darauf einzulassen, mit neuen Technologien zu experimentieren, sich weiterzubilden und idealerweise sogar einen technischen Beruf zu ergreifen“, formuliert weiter Sandra Moosbrugger-Koch, die zweite Kraft des Teams und stellt die Zielklientel vor: „Unser Angebot an Maschinen und Werkzeugen steht jedem zur Verfügung. Ein Schwerpunkt liegt jedoch auf unseren Angeboten für Schulen und Kindergärten. Wir wollen verstärkt Kinder und Jugendliche mit neuen Technologien, aber auch klassischem Handwerk, in Berührung bringen.“ Die beiden Köpfe hinter der Werkhaus-Idee, hatten bereits vor zwei Jahren bei dem damals noch von Henrik Wentzler ausgerufenen Tiroler Lech Funding Contest für Aufsehen gesorgt. Friederike und Finn Wentzler, die damals in der Jury saßen, sind neben Berggut-Gaicht-GF Sandra Bischof und dem Werkhaus-Initiatoren-Duo nun auch Mitgesellschafter und wurden damit – ganz im Sinne von Wentzler – zu Start-helfern eines ungewöhnlichen Projekts. Im „Werkhaus“ gibt es die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen. Auf knapp 250 m² Fläche beherbergt das Werkhaus ein Technik-FabLab für Elektrotechnik und Robotik, ausgestattet mit Lötstationen, 3D-Druckern, Lasercutter und IT-Arbeitsplätzen, einen IT-Hackerspace plus eine Teeküche. Daran angeschlossen sind zudem drei separate Kreativräume für die Holz-, Metall- und Textil-bearbeitung. Im Textil-Kreativraum stehen etwa Nähmaschinen, Schneideplotter und Thermopressen für das Branden von Textilien und anderen Gegenständen zur Verfügung, im Metallbereich eine CNC-Fräse sowie Klein-maschinen für Metall- und Kunststoffbearbeitung. Zudem für Holz eine Abricht-Dickenhobelmaschine, eine Drechselbank, Kreis- und Bandsäge. Ohne diese Aus-rüstung erst selbst anschaffen zu müssen, eröffnet sich dem Nutzer ein weites, technisch modernes Feld. Es sind auch zahlreiche Workshops geplant, um die eigenen Fähigkeiten erweitern zu können. Das Angebot ist vielseitig und ohne Zweifel ist für jeden Heimwerker etwas dabei. Das Werkhaus steht nicht für Serienproduktionen, beziehungsweise Produktionen kommerzieller Nutzung zur Verfügung. Auch übernimmt man keine Arbeitsaufträge, für die es in der Region andere Anbieter gibt. Das Werkhaus unterstützt aber jeden in seinen privaten und kreativen DIY-Projekten. Damit meinen die Initiatoren das weite Feld der „Mach es selbst“-Initiativen. Das Projekt Werkhaus wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Für Interessierte wie für regelmäßige Nutzer bietet das Werkhaus Tages-pässe, Monats- und Jahreskarten an.